Rezension: Die Bücherei am Ende der Welt von Felicity H. McCoy

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Hier meine Bewertung zum Buch „Die Bücherei am Ende der Welt“ von Felicity H. McCoy, im Februar bei Rowolth erschienen.

Als Hanna vor 5 Jahren entdeckte, dass ihr Mann sie mit einer gemeinsamen Freundin betrogen hat und das wohl nicht zum ersten Mal, hat sie kurzentschlossen ihre Koffer und ihre Teenager-Tochter Jazz gepackt und ist von London zu ihrer Mutter Mary Casey nach Irland geflüchtet. Seitdem lebt sie dort im Gästezimmer und sehnt sich, seit ihre Tochter nun als Stewardess inzwischen aus dem Haus ist, immer mehr nach Freiheit und Alleinsein.
In ihrem Stolz hat sie damals jeglichen finanziellen Ausgleich zur Scheidung abgelehnt und steht relativ mittellos da. Sie arbeitet als Bibliothekarin auf der Halbinsel Finfarran und fährt zweimal die Woche den Überlandbus der Bibliothek durch das Hinterland. Mit ihrer Mutter verträgt sie sich nicht besonders, diese wirft ihr immer wieder die gescheiterte Ehe vor und kann dabei ganz schön gemein und ausfallend werden. Sie findet ihre Tochter war vertrauensselig und leichtgläubig und hat sich ausnutzen lassen. Sie empfindet Hanna heute als sorgenvoll, misstrauisch und verkrampft.

Doch Hanna hat schon in ihrer Jugend von ihrer Großtante Maggie ein altes winziges baufälliges Haus auf den Klippen am Meer geerbt und plötzlich sieht sie dieses als mögliches zukünftiges Heim und Start für ihre Unabhängigkeit. Kurz entschlossen nimmt sie einen Kredit auf und sucht nach einem Bauunternehmer für die Renovierung und den Umbau. Wenig später hat sie dann einen ersten heftigen Zusammenstoß mit dem sehr speziellen Fury O`Shea. Aber sie muss sich zusammenreißen, denn trotz seines Dickschädels ist er von der Kompetenz her wohl weit und breit unübertroffen.

Auch Brian Morton, ihren städtischen Planer auf dem Rathaus, erwischt sie zunächst auf dem falschen Fuß. Bei Ihren ersten Begegnungen hat sie einfach kein gutes Händchen.

Hannah ist keine einfache Figur, die anderen Einwohner und Besucher der Bibliothek halten sie für mürrisch und kühl. Sie mag es z.B. nicht wenn sich die jungen Mütter in der Bibliothek zum Plausch treffen. Aber als sie dann Machenschaften in der Bezirksregierung aufdeckt wird sie aktiv und setzt sich für die Bewohner ein. Gegen Ende kommt es zu einer doch dann ganz anderen Lösung für die Einwohner und Hannah findet mit ihrem renovierten Häuschen und ersten zarten Banden neue Möglichkeiten für ihre Zukunft auf der Halbinsel mit ihren besonderen Einwohnern.

Anders als in vielen anderen Romanen kann man auch nach dem ersten Drittel noch nicht absehen, was die Zukunft für Hannah bereit hält und wer vielleicht ihr neuer Lebenspartner werden soll. Mit ihren 51 Jahren gibt es mit Hannah endlich mal eine Hauptfigur in meiner Altersklasse!
Man fühlt sich in das ländliche Irland versetzt und das Buch enthält zahlreiche sympatsiche Nebenfiguren, mit sehr realen Sorgen und Nöten, die so ein abgelegenes Leben mit sich bringt.

Ein Irlandroman mit einer zarten Liebesgeschichte im letzten Drittel. Ich hätte mir von dem Buch „Die Bücherei am Ende der Welt“ von Felicity H. McCoy gegen Ende noch etwas mehr Zweisamkeit und Spannung gewünscht.

4 von 5 Punkten

Inhalt:

Hannas Traum: ein eigenes Cottage auf den Klippen. Hannas Realität: das Gästezimmer ihrer Mutter. Seit sie nach ihrer Scheidung ins heimatliche Irland zurückgekommen ist, läuft es mehr schlecht als recht für Hanna. Sie leitet die örtliche Leihbücherei und fährt jede Woche mit dem Bücherbus über die Dörfer. Und als «Zurückgekehrte» wird sie mit leichtem Argwohn betrachtet. Dann findet Hanna ihr Cottage tatsächlich. Leider ist es aber extrem baufällig, umgeben von Gestrüpp und Schutt. Jetzt bräuchte sie dringend Hilfe – aber dafür muss sie über ihren Schatten springen …

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