Rezension: Der Gentleman von Forrest Leo

Hier meine Bewertung zum Buch „Der Gentleman“ von Forrest Leo, erschienen im April 2017 beim Aufbau Verlag. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch den Newsletter von Publishers Weekly, denn da wurde das Original zu einem der „The Best Books We Read in 2016“ ernannt.

Zu Beginn ist man direkt in der Handlung drin, lernt Lionel Savage kennen, mit einem zynischen bzw. humorvollen Blick auf die damaligen finanziellen Zustände, Regeln und Vorgehensweisen in gewissen Kreisen.

Die Kapitel werden jeweils mit einem kurzen Inhaltsüberblick eingeleitet. Seit der Eheschließung leidet der Dichter Lionel an einer Schreibblockade. Er dachte zunächst er sei verliebt, aber nun fragt er sich, ob es vielleicht nur der Spaß an der Jagd während der Werbung um Vivienne war.

Das Buch wird aus Lionels Sicht erzählt und weist immer wieder eingestreute, in Klammern gesetzte zusätzliche Bemerkungen auf.

Er beschließt seinem Leben ein Ende zu setzen und in die dann folgende trockene Diskussion mit seinem Butler über die möglichen Todesarten platzt seine heimkehrende Schwester Lizzie.

Sie wird nach über einem Jahr Abwesenheit jetzt von seiner Eheschließung und seinem schlechten Aussehen überrascht. Der Butler fasst zusammen, dass er wohl für die Ehe nicht geeignet ist. Das lebendige Gespräch, dass sich dann zwischen den dreien entwickelt bringt den Leser zum Schmunzeln. Unfreiwillig gestehen sie sich ein, dass er geheiratet hat und nun unglücklich ist und an einer Schreibblockade leidet und dass sie wegen einer Liebelei mit dem Sohn des Direktors von der Schule geflogen ist.

Dann begegnet Lionel während einer Party dem Teufel und klagt ihm sein Leid über die Ehe und seine Schreibblockade. Er beginnt mit ihm ein Streitgespräch. Der Teufel bittet ihn dann um seine Freundschaft, da er gerührt von Lionels seiner Freundlichkeit ist. Einige Zeit nach seiner Verabschiedung stellt sich dann heraus, dass auch Vivienne verschwunden ist, worüber Lionel zunächst nur froh ist. Doch dann entdeckt Lizzie überraschend Gedicht von Vievienne in ihrem Schreibtisch, die wunderbar sind. Er ist geschockt und fühlt sich nun plötzlich elend. Sie schreibt viel bessere Gedicht als er. Plötzlich taucht dann ihr seit zwei Jahren auf Abenteuern verschollener Bruder Ashley auf. Er ist auf der Suche nach seiner Schwester, die ihm anscheinend ständig liebevolle Briefe über Lionel geschrieben hat. Lionel fühlt sich von den Ereignissen überrollt. Ashley sieht das ganze nur als weiteres Abenteuer, er will dem Teufel seine Schwester wieder abjagen. Die Geschichte entwickelt sich aberwitzig, furios und abstrus weiter. Es kommen im weiteren Verlauf ein Erfinder, ein Faustkampf, Duelle, ein erstes Flugzeug und viele weitere verrückte Ideen vor.

Der Butler Simmons ist ein herrliches Faktotum! Es wird eine muntere, lebhafte Geschwisterbeziehung zw. Lizzie und Lionel beschrieben. Das Buch „Der Gentleman“ von Forrest Leo ist einfalls- und abwechslungsreich. Man fühlt sich schon fast selbst als Abenteurer. Man darf die Geschichte aber nicht zu ernst nehmen, nicht zu viel darüber nachdenken. Das ganze kulminiert am Schluss im Zusammentreffen aller Beteiligten. Es entsteht ein witziges Rededurcheinander. Es kommt dann doch noch zu einem richtigen Duell. Schlussendlich klären sich alle Wirrungen auf und dann gibt es eine Art von Happy End, aber passenderweise auch sehr ungewöhnlich.

Leider sind im E-Book alle Fußnoten von Viviennes Cousin am Ende zusammengefasst und nicht direkt am Seitenende, dadurch verliert man leider einiges vom Lesegenuss.

4,5 von 5 Punkten

Inhalt:

London, Pocklington Place, um 1850: Lionel Savage, Dichter, gerade einmal 22 Jahre alt, hat beschlossen, Selbstmord zu begehen, da er des Geldes wegen geheiratet hat und danach feststellen musste, dass er seitdem keine Zeile mehr zu Papier bringen kann. Er zieht seinen Butler Simmons zurate, weil er nicht weiß, wie er den Selbstmord genau angehen soll. Der einfachste Weg scheint ihm der Tod durch Kopfschuss zu sein. Doch Simmons gibt zu bedenken, dass dabei allerlei Körperflüssigkeiten austreten würden, die jemand aufwischen müsste. Da Savage seinem treuen Butler eine solche Schweinerei nicht zumuten will, muss er eine andere Lösung für sein Problem finden. Just in dem Moment spaziert ein freundlicher Gentleman in sein Arbeitszimmer, der sich als der Teufel höchstpersönlich entpuppt. Und bevor er sich versieht, hat Savage seine Ehefrau an ihn verkauft. So glaubt er zumindest. Doch kaum ist die Ehefrau verschwunden, stellt Savage fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Er muss sie wiederfinden. Nur wo zum Teufel soll die Hölle sein?

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