Rezension: Dich im Herzen von Susan Wiggs

Hier meine Bewertung zum Liebesroman „Dich im Herzen“ von Susan Wiggs, im Juni bei MIRA Taschenbuch erschienen. Taschenbuch: 400 Seiten, OT: Family Tree

Wir lernen Annie und Martin Harlow mitten in einem Streit um den Einsatz eines lebenden Wasserbüffels in ihrer Kochshow zum Thema Mozzarella kennen. Nachdem er ins Studio fahren muss, lässt er seiner Frau einen tollen Strauß Blumen zur Entschuldigung zukommen und Annie sinniert über die doch auch glücklichen Zeiten ihrer achtjährigen Ehe. Wenig später sitzt sie mit einer Journalistin zusammen, die sie über ihre Rolle als Produzentin der erfolgreichen Show, ihre Kindheit und Jugend in Vermont und ihren Werdegang ausfragt. So lernt man erzählerisch geschickt die ersten Hintergründe kennen.

Inspiriert von ihrer Großmutter träumte Annie schon als Kind davon, mit einer Kochshow ins Fernsehen zu kommen, musste dann aber aufgrund ihrer nicht so guten Kamerapräsenz mit der Rolle als Produzentin vorlieb nehmen. Für ihren begnadeten Mann Martin wurde eine überaus attraktive Co-Moderatorin in Melissa gefunden. Während des Interviews muss Annie ins Bad und wird sich aufgrund eines plötzlichen Unwohlseins bewusst, dass ihre versuchte Familienvergrößerung schon Frucht getragen haben könnte. Als sie dann feststellt, dass sie schwanger ist, will sie das sofort mit Martin teilen, setzt die Journalistin unvermittelt vor die Türe und eilt ans Set.
Dort muss sie allerdings zu ihrem Entsetzen feststellen, dass er die Zeit im Wohnwagen mit Melissa anders genutzt hat. Sie entdeckt sie in einer nicht zu mißdeutenden Situation. Sie stürmt davon, bekommt am Rande noch etwas von einem Problem mit einer Hebebühne mit, um das sie sich als Produzentin eigentlich kümmern müsste und wird dann von dieser bei einem entsetzlichen Unfall fast erschlagen.

Dann wechselt die Sicht zu Annie im Koma, die beginnt erste Wahrnehmungen zu haben. So ein verschwommenes unklares Gefühl, wie beschrieben könnte man sich mit einem langsam aus dem Koma zurückkehrenden Bewusstsein wohl vorstellen. Diese spezielle Situation ist von der Autorin sehr gut nachvollziehbar dargestellt. Annie weiß nicht wo sie ist, was ihr geschehen ist oder wer da versucht mit ihr zu kommunizieren.

Dann lernen wir Flechter Wyndham kennen, der nach seiner Scheidung nun mit seinem Sohn das neue Haus in Switchback Vermont bezogen hat. Sein ganzer Fokus liegt nun darauf seinem Sohn die Anpassung so leicht wie möglich zu machen.

In wechselnden Kapitel lernen wir nun in Rückblicken die Geschichte der Jugendliebe zwischen Annie und Fletcher kennen. Annie als Tochter der Ahornsirup-Produzenten der Familie Rush und Fletcher als Erntehelfer im endenden harten Winter von Vermont. Später folgen dann auch noch Rückblicke aus Fletchers Sicht, wie es für ihn war, als er von seinem Vater zu einem erneuten Umzug gezwungen wurde und kurz vor seinem Abschluss wieder mal die Schule wechseln musste und so in Switchback landete.

Nach einem Jahr im Koma lässt Martin Annie nach Vermont zu ihrer Familie in ein Pflegeheim verlegen, wo sie beginnt zu erwachen. Fletcher hat erstmals wieder Berührung mit der Familie, als er sich als nun örtlicher Richter um die Änderung der Vollmachten für Annie kümmern muss.

Auch wenn sich ihre Lage wie durch ein Wunder jeden Tag verbessert hat sie weiter extreme Schwierigkeit sich im Jetzt neu zu orientieren. Ihr Leben wird nun von vielen Erinnerungslücken, fremd gewordenen Gefühlen und körperlichen Defiziten bestimmt. Fletcher und Annies Familie wollen ihr gerne zur Seite stehen.

Die Autorin beschreibt wunderbar treffend und nachvollziehbar das schwimmende unsichere Gefühl von Annie. Sie kann nicht sehen was die Zukunft bieten kann und weiß nicht was morgen bedeutet, sie hat das Gefühl für Raum und Zeit verloren.

Die Geschichte ist mitreißend und emotional sehr berührend geschrieben. Man kann einiges über das Leben der Ahornsirup-Produzenten lernen. Mit Annies und Fletchers Familien werden zahlreiche interessante Nebenfiguren eingeführt, die die Geschichte lebendig machen und schnell ans Herz wachsen.

Nicht nur für Annie und Flechter hält die Geschichte noch einige Entwicklungen breit, sondern auch die Familien machen so machen Schritt in eine neue Zukunft. Entsprechend würde ich das Buch auch eher in die Kategorie Women’s Fiction einsortieren. Definitiv ist es kein üblicher Liebesroman.

Auch wenn Annie und Flechter mir etwas sehr lange gebraucht haben, endlich wieder zueinander zu finden und ich auch noch gerne mehr über ihre neue Beziehung gelesen hätte, ist das Happy End wunderbar berührend. Und dann wird der Leser im Epilog noch mit einem doppelt süßen Abschluss belohnt.

4,5 von 5 Punkten

Inhalt:

Annie Harlows Glück scheint perfekt: Sie ist die Produzentin einer bekannten Kochshow, hat einen liebevollen Mann, eine wunderschöne Wohnung in Los Angeles – und jetzt ist sie auch noch schwanger! Doch dann hat Annie hat einen schweren Unfall. Als sie ein Jahr später aus dem Koma erwacht, ist ihr Leben ein Scherbenhaufen. Als gebrochene Frau kehrt sie in ihre Heimat zurück, auf die idyllische Ahornfarm ihrer Familie in Vermont. Kann hier, mit Hilfe ihres charmanten High-School-Freundes Fletcher, ihr Herz heilen?

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