Krimi Rezension: Engelskinder von Elly Griffiths

Hier meine Bewertung zum Krimi „Engelskinder“ von Elly Griffiths (Ein Fall für Dr. Ruth Galloway, Band 6), als gebundene Ausgabe im Juli beim Verlag Wunderlich erschienen. 384 Seiten, OT: The Outcast Dead.

Zu Beginn des Buches nimmt die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway an einer Andacht für verstoßene Tote teil. Diese findet ganz in der Nähe ihrer aktuellen Ausgrabung an der Burg von Norwich statt. Kurz zuvor haben die Archäologen ein weibliches Skelett gefunden, dem die Arme auf den Rücken gebunden waren und das als Handersatz einen Eisenhaken trug. Es soll sich um die Aufgehängte Jemima Green, genannt „Mother Hook“ handeln. Sie wurde zum Tode verurteilt, da sie als Babyfarmerin, einer viktorianischen Albtraum-Version einer heutigen Tagesmutter, einen Jungen getötet und seine Leiche verschwinden lassen haben soll. Sofort interessiert sich das Fernsehen für die Geschichte und will den Fall untersuchen. Wurde die durch einen Unfall schwer benachteiligte Frau damals eventuell unschuldig verurteilt?

Im zweiten Kapitel geht die Geschichte dann mit DCI Harry Nelson weiter, der einen eventuellen Kindsmord, bei dem die Kindeseltern unter Verdacht stehen, untersuchen muss. Nelson hat die Mutter Liz Donaldson schon im Verdacht, auch wenn er zögerlich vorgeht. Aber sein Team ist in diesem Fall tief gespalten und beobachtet sein Handeln skeptisch.

Im weiteren Verlauf wird Nelsons Team dann persönlich hart getroffen. Alle Beteiligten versuchen verzweifelt das Rätsel der verschwundenen Kinder zu lösen. Als Leser folgt man den Entwicklungen sehr gespannt und bangt mit. Die Identität des Täters hat mich dann überrascht. Am Ende werden alle Rätsel gelöst und der Fall gründlich aufgeklärt. In einem Epilog, der ein halbes Jahr später spielt, lässt sich ein Blick auf das weitere Leben der Beteilgten erhaschen.

Die Inhaltsangabe hat mich damals sofort angesprochen. Wie auch das sehr passende Coverbild, bringt sie gleich so ein „gothic feeling“ mit. Als Protagonistin eine forensische Archäologin finde ich sehr spannend. Allerdings habe ich dann bemerkt, dass es sich um den 6. Teil einer Serie handelt. Auf Nachfrage wurde mir die Serie sehr empfohlen. Nun habe ich gegen den Rat der anderen einfach den Test gemacht und bin als Neuling in die Serie eingestiegen. Aber auch als Einsteiger kommt man in die Geschichte gut rein. Die Autorin stellt alle notwendigen Infos immer am Rande geschickt mit bei.

Das Buch „Engelskinder“ von Elly Griffiths ist sehr atmosphärisch, durch die Geschichten um „Mother Hook“ leicht gruselig bzw. schön schaurig. Ich liebe persönliche Interaktionen und Verwicklungen bei den Ermittlern und ihrem Umfeld, wie es in dieser Geschichte um Ruth, Nelson und ihre gemeinsame Tochter Kate, der Fall ist. Ähnlich verwickelte und komplexe Verhältnisse kann man auch in meiner Lieblingsserie von Lisa Gardner um D.D. Warren oder den Monkeewrenches von P.J. Tracy oder in den Büchern von Julia Spencer-Fleming finden.

Die Fälle um „Mother Hook“ und die vermutliche Kindstötung und die späteren Entführungen entwickeln sich quasi parallel in wechselnden Kapiteln. Nur im letzten Drittel überwiegen leider zunächst dann die aktuellen Untersuchungen und Ereignisse. Dafür gibt es von mir einen winzigen Punktabzug. Ansonsten war das Buch von der Stimmung und vom Thema Mutterliebe und Babysitter her für mich ein Volltreffer. Ich werde die Serie sicher weiter verfolgen.

Fazit: Ein gelungener 6. Band. Schön schaurig und sehr spannend!

4,5 von 5 Punkten

Inhalt:

Ihr sechster Fall führt die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway auf die Spur der grausamsten Kindesmörderin des 19. Jahrhunderts. Beste britische Krimikost für alle Leser von Minette Walters, Val McDermid und Ann Cleeves.

Die Arme auf dem Rücken gefesselt, ein rostiger Eisenhaken statt der linken Hand, so liegt die Tote in ihrem Grab. Als Dr. Ruth Galloway unter dem Gemäuer einer Burg ein Skelett aus viktorianischer Zeit freilegt, glaubt sie, die Gebeine der berüchtigsten Mörderin von Norfolk gefunden zu haben. Zahlreiche Schauermärchen ranken sich um „Mother Hook“, die Kinder bei sich aufgenommen und dann getötet haben soll. Doch während der Untersuchung kommen der forensischen Archäologin Zweifel an ihrer Schuld. Zur gleichen Zeit verschwindet ein Kind aus der Nachbarschaft. Offenbar will jemand mit allen Mitteln ein jahrhundertealtes Geheimnis hüten …

Advertisements

Über bettysweltblog

Bücher, Katzen, Kochen, Garten, Hausbau; Rezensionen, Rezepte, Tipps
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Rezensionen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s