Rezension: Die gute Tochter von Karin Slaughter

Heute poste ich meine Bewertung zum Psychothriller „Die gute Tochter“ von Karin Slaughter, der am 3. August 2017 bei HarperCollins erschienen ist. Gebundene Ausgabe: 608 Seiten. Originaltitel: The Good Daughter

Das Buch beginnt im Jahr 1989 im März mit den Erlebnissen der fünfzehnjährigen Samantha Quinn. Man hat ihrer Familie gerade vor einigen Tagen das Haus angezündet, weil ihr Vater einen Schwarzen verteidigt hat und einen Freispruch erwirken konnte. Nun lebt die Familie übergangsweise in einem heruntergekommenen Farmhaus. Ihr Vater arbeitet unverdrossen schon am nächsten prekären Fall, der die Töchter aktuell zwingt auf den Schulbesuch zu verzichten.

Als Samantha und ihre jüngere Schwester Charlie Abends alleine mit ihrer Mutter Gemma zu Hause sind, dringen zwei Männer ins Haus ein und töten ihre Mutter, die versuchte ihre beiden Töchter zu schützen. Die Täter verschleppen die Töchter in den Wald, doch Samantha treibt ihre Schwester an und ihr gelingt die Flucht, wobei Samantha von einem Schuss erwischt wird und in das schon geschaufelte Grab stürzt. Diese ersten Kapitel bilden schon einen heftigen, brutalen aber auch spannenden Einstieg ins Buch

Dann springt die Geschichte um 28 Jahre zu Charlie Quinn. Sie hatte gerade ihren ersten One-Night-Stand seit dem College. Er ist Single, ehemaliger Marine und nun Mittelschullehrer. Charlie wiederum lebt nach 16 Jahren Ehe nun seit neun Monaten von ihrem Mann getrennt. Um das am Vorabend vertauschte Handy zurückzugeben trifft sie sich mit ihm in der Schule und gerät dabei in einen Amoklauf. Davon ausgelöst erleidet sie zunächst heftige Flashbacks. In dem dann folgenden Versuch die Schützin vor einer Lynchjustiz zu retten gerät sie in die Auseinandersetzung und wird von der Polizei geschlagen und verhaftet. Schlussendlich wird sie von ihrem zukünftigen Ex Ben aus dem Gefängnis befreit. Er gehört zur Bezirksstaatsanwaltschaft.

Ben ist ausgezogen, da zuletzt so manches im Zusammenleben geschehen ist. Nach drei Fehlgeburten ist das Paar kinderlos geblieben. Sie hofft noch, dass er zurück kommt, aber nun haben er und das ganze Umfeld durch den Amoklauf auch noch von ihrem One-Night-Stand erfahren, was ihn sehr verletzt hat. Man erfährt viel über die Probleme zwischen Charlie und Ben.

Als sich dann ein Racheanschlag auf ihren Vater zuspitzt, springt die Geschichte wieder ganz zurück zum Anfang und erzählt die Geschichte aus Charlies Augen von vorne. Erneut in der Gegenwart angekommen taucht Sam in der Geschichte auf, sie wurde von Charlies Ex informiert. Ab da hat mir das Buch besonders gut gefallen, da ich Gerichtsstories liebe und Sam eine unglaublich toughe Frau ist. Trotz all ihrer vielen Einschränkungen, die sie damals davon getragen hat, tritt sie intelligent und überzeugend auf. Allerdings folgen dann etwas zu viele familiäre Diskussionen, Auseinandersetzungen und Rückblenden. Dafür gibt es von mir Punktabzug.

Dann trifft die Familie ein erneuter harter Schicksalsschlag. Später kommt es zu einem sehr emotionalen, herzzerreißenden Finale am damaligen Tatort, dem alten Farmhaus. Man erfährt die ganze Wahrheit, alles über das schreckliche Geheimnis, das Charlotte all die Jahrzehnte bewahren musste und das sie und ihre Ehe fast zerstört hat. Sowohl der wahre Täter als auch das Motiv können überraschen. Die Geschichte findet ein versöhnliches Ende mit einem positiven Blick in die Zukunft. Das letzte Viertel flog beim Lesen nur so dahin.

Leid, Schmerz und emotionale Verletzungen werden von der Autorin Karin Slaughter in „Die gute Tochter“ intensiv, nachvollziehbar und mitfühlend beschrieben.

Fazit: Auch wenn es vielleicht kein Thriller ist, hat mir das Buch sehr gut gefallen, eine sehr intensive, spannende Geschichte von Kriminalität und Familie. Auch wenn die Erzählung zwischendrin Längen hatte, konnte sie mich emotional sehr berühren.

4,5 von 5 Punkten

Inhalt:

„Lauf!“, fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. „Lauf weg!“ Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben. Sie ist getrieben von den Erinnerungen an jene grauenvolle Attacke in ihrer Kindheit. Die blutigen Knochen ihrer erschossenen Mutter. Die Todesangst ihrer Schwester. Das Keuchen ihres Verfolgers.
Als Töchter eines berüchtigten Anwalts waren sie stets die Verstoßenen, die Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte sie ganz ungeahnt ein.

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