Rezension: All She Left Behind von Jane Kirkpatrick

Es folgt meine Bewertung des gerade erschienenen historischen Romans „All She Left Behind“ von Jane Kirkpatrick (Englisch). Taschenbuch: 352 Seiten. Verlag: Revell Co

Das Buch beginnt mit der Hochzeit von Jennie Lichtenthaler und Charles Pickett in Oregon im März 1860. Jennie ist 17 Jahre alt und sie feiern munter in der Hoffnung auf ein gutes Leben. Einige Jahre später erleben wir dann Jennie mit ihrem schon 3 Jahre alten Sohn Douglas. Mittlerweile heilt sie Menschen mit aromatischen Ölen und Kräutern aber ihr Mann Charles weiß das nicht zu schätzen und beschwert sich nur über die zusätzlichen Ausgaben für ihren Haushalt. Sie trägt noch schwer daran, dass sie vor einigen Monaten ihr neugeborenes Töchterchen verloren hat.

Der Tod des Babys treibt die beiden auseinander. Er will nicht mehr darüber sprechen, aber sie muss einen Weg finden mit ihren Schmerz und ihrer Trauer umzugehen. Sie denkt noch ständig an das kleine Mädchen, das sie beerdigen mussten. Immer häufiger bleibt Charles von zu Hause weg, verbringt die Abende mit seinem Schwager. Sie sind beide dem Alkohol verfallen. Als ihr Bruder ihr eine Destille für ihre Öle bauen will, denkt ihr Mann nur daran damit selber Alkohol zu brauen. Seit kurzer Zeit wird er auch handgreiflich ihr gegenüber und sie streiten immer mehr. Aber ihre Schwester Lucinda, in deren Haus sie leben, will das alles nicht wahr haben.

Jennie ist von Kindheit an schwach im Lesen und Schreiben, aber hat eine Leidenschaft für Pflanzen und Kräuter und ihre Anwendung. Sie träumt von einem eigenen Haus und Charles möchte seinen Job im Gefängnis aufgeben und in Landverkäufen machen. So suchen die beiden Reverend Joshia Parrish wegen eines Kredits auf. Seine Frau Elizabeth ist sehr krank. Zu Jennies Überraschung bittet Charles ihn um eine viel höhere Summe als besprochen.

Nach der Zustimmung des Reverend gibt Charles sehr schnell viel Geld für Luxusprodukte aus, kann aber noch keine Abschlüsse vorweisen. Nachdem es zu weiteren Vorfällen gekommen ist, gesteht er Jennie eines Tages plötzlich unglaubliches und dass er bereits vor Wochen die Scheidung eingereicht hat. Wenige Tage später verschwindet er dann ganz, mit allen restlichen Besitztümern. Jennie und Dougie sind völlig aufgeschmissen und müssen schlußendlich bei ihren Eltern unter kriechen. Dann kommt das unverhoffte Angebot des Reverend zur Deckung der Schulden seine kränklende Frau zu pflegen. Jennie übernimmt diese Aufgabe gerne und erleichtert. Aber ihren Traum vom Studium der Heilkunde, oder einer eigenen großen Farm und Familie hat sie längst aufgegeben.

Nach Elizabeths Tod und der Aufteilung des Haushalts und der Erbschaft und Durchsicht der Hinterlassenschaften geht das Leben für sie ganz neue Wege. Jennie hat zunehmend Probleme mit ihrem Sohn, der sich als schwierig erweist und sich nicht anpassen kann. Ihre Leidenschaft als Heilerin tritt zunächst in den Hintergrund. Ihr immer treu zur Seite steht die sehr sympathische Freundin Ariyah, die auch mit ihren eigenen Schicksalsschlag zu kämpfen hat. Doch das Leben hält für Jennie und Joshia noch einiges bereit.

Die ganze Geschichte hat mich emotional sehr berührt und ist außerordentlich intensiv erzählt. Man kann sich sehr gut in die damalige Zeit und die Situation, speziell für Frauen, hinein versetzen. Auch die ersten moderneren Schritte in der Medizin sind interessant zu verfolgen. Überrascht war ich über die damalige große Rolle der homöopathischen Praxis. Die Probleme zwischen Jennie und ihrem Sohn sind sehr real geschildert und man kann Jennies Leid und Selbstvorwürfe nachfühlen. Gespannt folgt man Jennies Lebensweg.

Erst am Schluss habe ich im Nachwort erfahren, dass es sich bei Jennie Lichtenthaler um eine echte historische Person handelt. Das hat mich mit großem Respekt auf diese Lebensgeschichte zurück blicken lassen. Sie hat in ihrem Leben einen großen Schritt für die Frauen und die Medizin getan. Und die Frage nach einer Kur für Alkoholismus ist bis heute sicher so aktuell wie damals.

Fazit: Die intensive und berührende Lebensgeschichte von Jennie Pickett Parrish, einer der ersten Frauen- und Kinderärztinnen Oregons.

5 von 5 Punkten

Inhalt:

Already well-versed in the natural healing properties of herbs and oils, Jennie Pickett longs to become a doctor. But the Oregon frontier of the 1870s doesn’t approve of such innovations as women attending medical school. To leave grief and guilt behind, as well as support herself and her challenging young son, Jennie cares for an elderly woman using skills she’s developed on her own. When her patient dies, Jennie discovers that her heart has become entangled with the woman’s widowed husband, a man many years her senior. Their unlikely romance may lead her to her ultimate goal–but the road will be winding and the way forward will not always be clear. Will Jennie find shelter in life’s storms? Will she discover where healing truly lives?
Through her award-winning, layered storytelling, New York Times bestselling author Jane Kirkpatrick invites readers to leave behind their preconceived notions about love and life as they, along with Jennie, discover that dreams may be deferred–but they never really die. Based on a true story.

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