Rezension: Ein irischer Dorfpolizist von Graham Norton

Es folgt meine Bewertung zum Krimi „Ein irischer Dorfpolizist“ von Graham Norton, erschienen im August 2017 im Verlag Kindler. Gebundene Ausgabe: 336 Seiten. OT: Holding.

Gleich zu Beginn des Buches lernen wir den stark übergewichtigen, gehemmten und etwas phlegmatischen Dorfpolizisten PJ kennen. Unverhofft werden im Ort Duneen auf der Baustelle eines Neubaugebietes die Überreste einer Leiche gefunden. Zunächst will PJ nur unbedingt überregionale Unterstützung anfordern, aber als diese dann unterwegs ist, überkommt ihn dann doch Bedauern, dass sie ihm dann sicher den Fall abnehmen werden. Noch bevor sie eintreffen hat er sogar schon eine Spur. Wie ihm zugetragen wird, gibt es seit langer Zeit einen Vermisstenfall. Thomas Burke ist damals auf geheimnisvolle Weise verschwunden und wurde von niemandem mehr gesehen oder gehört.

Aus Cork wird Detective Superintendent Linus Dunne entsannt, der gleich nicht viel von „Sumo“ PJ hält. Umgekehrt hält PJ den Mann aus Cork für einen widerlichen Typen und unerträglichen Schwachkopf. Zwischen den beiden entwickelt sich mit der Zeit eine interessante Beziehung.

Dem Dorftratsch muss nachgegangen werden. PJ würde selber so gerne eine der Vernehmungen durchführen, aber dann hat er auch wieder Ängste zu versagen. Trotzdem führt er dann das erste Gespräch mit Evelyn Ross, die damals in Thomas verschossen war.

PJ ist 53 alt und eingefleischter Junggeselle, und plötzlich interessieren sich zwei Frauen gleichzeitig für ihn. Wieder haben Evelyn und Brid Riordan ein Auge auf denselben Mann geworfen. Trotz aller Unerfahrenheit zeigt sich nach und nach, dass die Ermittlungsarbeit ihm doch ganz gut von der Hand geht, irgendwie hat PJ doch eine gewisse Begabung dafür und kommt voran.

Dann springt das Buch um mehrere Monate und geht in Teil 2 im Frühjahr weiter. Es kommt zu interessanten weiteren Entwicklungen und am Ende ereignet sich ein rasantes Finale. Alle Geheimnisse werden aufgeklärt.

In diesem recht ruhigen Buch steht der Kriminalfall nicht so sehr im Mittelpunkt. Es geht sehr viel um das Zwischenmenschliche unter den beteiligten Personen und Dorfbewohnern. Auch für PJ finden ungeahnte Interaktionen statt. Nachvollziehbar wird das eigene Hadern im Zusammenhang mit Fresslust oder Alkoholmissbrauch dargestellt. Keine der Personen ist besonders sympathisch, man kann sich mit keinem der Protagonisten richtig identifizieren. Alle Charaktere sind jedoch detailreich ausgearbeitet, Mitleid prägt das Gefühl für die Handelnden. Anschaulich wird ein schlichtes Polizistendasein im ländlichen Irland beschrieben. Es dreht sich vieles um das Verharren im Vergangenen, unerfüllte Lebenskonzepte und wirtschaftliche Zwänge. Auch dieses Buch ist wieder eher ein Familiendrama als ein spannender Krimi zum Mitraten.

Fazit: Ein ruhiger, nachdenklicher ländlicher Krimi.

4 von 5 Punkten

Inhalt:

Die Nr. 1 aus Irland: Ein Kriminalroman und gleichzeitig eine berührende Geschichte über Liebe, Geheimnis und Verlust, mit einem dunklen Grundton, leisem Humor und einer großen Liebe zu allen Figuren.

Sergeant PJ Collins ist nicht dick, er ist fett. PJ gerät schnell ins Schwitzen und schnell aus der Puste, er hat in dem verschlafenen Kaff Duneen aber zum Glück auch nicht viel zu tun.
Das ändert sich, als bei Schachtarbeiten menschliche Überreste gefunden werden. Im Dorf ahnen alle gleich, wessen Knochen das sein müssen: Tommy Burke, verschwunden vor zwanzig Jahren, genau an dem Tag, an dem sich seine Verlobte und seine Geliebte auf dem Marktplatz prügelten. PJ geht daran, die Frauen zu befragen – beide immer noch unglücklich und ungeliebt. Und begeht dabei einige schwer verzeihliche Fehler. Der aus Cork angereiste Kriminalkommissar hält den Dorfsheriff sowieso für eine Niete.
Doch er irrt sich.

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